Rechtsschutz: wann er wirklich rettet
Drei reale Situationen, in denen sich eine Rechtsschutzversicherung ab dem ersten Schreiben eines unabhängigen Rechtsanwalts bezahlt macht.
Rechtsschutzversicherung — eine Police, die genau bis zum ersten Brief vom Anwalt der Gegenseite überflüssig erscheint. Nach diesem Brief ändert sich die Rechnung: Eine Stunde Anwaltsarbeit in Wien kostet oft mehr als die Jahresprämie.
Drei Situationen, in denen sie sich ab dem ersten Brief rechnet
Arbeitsstreit: ausstehender Lohn, angefochtene Kündigung, verweigerte Dienstbestätigung. Der Schutz deckt Anwalts- und Gerichtskosten — also genau das, was man aus Prinzip meist nicht ausgibt, und weshalb ein Streit still verloren geht.
Wohnstreitigkeiten: Mietzinserhöhung, Rückforderung der Kaution, Mängelbeanstandungen beim Auszug. Ein wichtiges Detail — der Wohnrechtsschutz ist fast immer ein eigenes Modul und in der Basispolice nicht enthalten.
Verwaltungs- und Verkehrssachen: eine Strafe, die man für ungerechtfertigt hält, oder ein Fall nach einem Verkehrsunfall. Hier wird der Schutz am häufigsten in Anspruch genommen — und hier stellt sich am häufigsten heraus, dass das gekaufte „Minimum" diesen Bereich nicht umfasste.
Was vor der Unterschrift zu prüfen ist
Der Modulumfang (Arbeit, Wohnen, Verkehr, private Streitigkeiten), die Versicherungssumme, die Höhe des Selbstbehalts, die Wartezeit — und das Recht auf freie Anwaltswahl. Letzteres klingt nach einer Formalität, bis sich herausstellt, dass die Liste der „eigenen" Anwälte beim Versicherer sehr kurz ist.
Rechtsschutz ist eine der wenigen Policen, bei denen der Preis eines Fehlers im Kleingedruckten nicht in Geld gemessen wird, sondern darin, ob man überhaupt vor Gericht gegangen ist.
Wir empfehlen, diese Police einmal jährlich zu überprüfen — gemeinsam mit dem Mietvertrag. Die Lebenssituation ändert sich schneller als das Modulpaket, das einst beim Abschluss gewählt wurde.
Wir wählen Polizzen aus und lesen das Kleingedruckte gemeinsam mit der Kundschaft. In dieser Rubrik zeigen wir, was tatsächlich über Leistung oder Ablehnung entscheidet.